Dr. Friedrich Reitzig, Pfr.i.R.
Dr. Friedrich Reitzig, Pfr.i.R.

So schnell vergeht die Zeit ...

 

Vor ziemlich genau 11 Jahren kam ich als evangelischer Kurseelsorger für Bad Waldsee und Bad Wurzach ins Oberland. Es war ein Wechsel vom mehrheitlich evangelisch geprägten Norden Württembergs in den überwiegend katholischen Süden des Landes und gleichzeitig der Wechsel aus dem Gemeindepfarramt in das so andere Arbeitsfeld der Kurseelsorge. Entsprechend war neben der Neugier auf das Kommende auch eine gehörige Portion Unsicherheit spürbar. Würde das Neue gelingen?

Nun stehe ich am Ende dieser 11 Jahre und wieder vor einem Wechsel, -dem nämlich aus dem Berufsleben in den Ruhestand. Der Kalender zeigt, es sind nur noch wenige Wochen, doch im Denken und Fühlen ist diese Tatsache bislang nicht wirklich angekommen. Vielmehr ist da auch wieder die Neugier im Blick auf das Kommende und die Unsicherheit, wie es denn werden wird, zumal böse Zungen im Blick auf den Ruhestand behaupten, er wäre schön, hätte nur einen Haken: Es hätte ihn bisher noch keiner überlebt. Worte wie diese lassen erkennen, es beginnt tatsächlich etwas ganz Neues und Anderes, -auch etwas Letztes, das nachdenklich macht und die Euphorie über die bevorstehende und erhoffte neue Freiheit etwas dämpft. Ja, was wird werden? Wird das Neue gelingen?

 

So bang diese Frage klingen mag, sie soll nicht im luft- und erfahrungsleeren Raum gestellt werden. Denn der berufliche Weg mit einem Amt in der Kirche war auch ein Weg an Gottes Seite und im Vertrauen auf Gottes Geleit. Blicke ich auf diese Jahre zurück, stehen interessante und intensive Arbeitsphasen vor mir verbunden mit vielen schönen und wertvollen Begegnungen, -hier in Bad Wurzach nicht nur im Rahmen der Kurseelsorge, sondern auch im Rahmen der Gemeinde. Vor allem denke ich da an die über 9monatige Vakaturvertretung und ähnliche Zeiten danach. Über die Jahre durfte ich in Reha- und Kur, aber auch in der Gemeinde viele liebe Menschen kennenlernen und ein Stück Wegs mit ihnen gehen. Jede Begegnung war und ist ein Geschenk sowie ein kleines Wunder, das mich zu einem Beschenkten gemacht hat. Dafür bin ich sehr dankbar.

 

Daneben war meine Arbeit geprägt von einer intensiven Form des ökumenischen Miteinanders, das von mir ganz anders erlebt wurde als in der Zeit meines Gemeindepfarramts. Es galt regelmäßige Absprachen zutreffen und ein gemeinsames Programm für die Gäste zusammenstellen, ohne darüber die unterschiedlichen konfessionellen Prägungen einzuebnen oder zu verleugnen. Dass dies in geschwisterlichem Geist gelingen konnte, ist für mich ein Geschenk, in das neben den ökumenischen Partnern auch die Kolleginnen und Kollegen eingebunden waren und für das ich danken möchte.

Danken möchte ich aber auch den Pflege-, Therapeuten- und Ärzteteams, die auf ihre Weise zum Gelingen der Arbeit beigetragen haben. Doch bei aller Freude über das Gelungene ist mir auch bewusst, dass mir trotz allem Bemühen auch Versäumnisse und Fehler unterlaufen sind. Diesbezüglich bitte ich alle, die davon betroffen waren, um Nachsicht und Vergebung.

 

Wenn nun mein aktiver Dienst in der Kurseelsorge wie in der Kirche mit Ablauf dieses Monats zu Ende geht, möchte ich den Stab weiterreichen und allen, die mit mir zusammengearbeitet haben, alles Gute und Gottes Segen wünschen sowie meiner Nachfolgerin oder meinem Nachfolger alles Gute, ein gutes Gelingen, viel Weisheit und Kraft sowie Gottes Segen und natürlich nicht zuletzt allen Gästen, Patientinnen und Patienten Gottes Segen und Geleit verbunden mit der Hoffnung, dass sie sich stets gut betreut und begleitet fühlen und rückblickend sagen können: Bad Wurzach hat mir gut getan an Leib und Seele. In diesem Sinn wünschen meine Frau und ich Ihnen allen ein herzliches Gott befohlen und auf Wiedersehen.

Ihr Kurseelsorger Friedrich Reitzig, Pfr.

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