Dr. Friedrich Reitzig, Pfr.i.R.
Dr. Friedrich Reitzig, Pfr.i.R.
Lento sensibile von Francois de Fossa (1775 - 1849)
Johann Sebastian Bach: Allemande aus: Suite e-Moll
Sie hören das Süddeutsche Gitarrenduo Helmut Rauscher & Ernst Greinacher - mit freundlicher Genehmigung der Künstler
01 Titelnummer 1.wmv
Windows Media Video-Format [2.1 MB]

1997 RBM Musikproduktion Bietigheim-Bissingen

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Ernst Alt, Verkündigung, 1975, Kunstverlag D-56653 Maria Laach, Karte Nr. 5422

Eine Begegnung, die Leben verändert ...
 

- eine junge Frau in zartblauem Kleid, einen Schleier über Kopf und Augen

- einen Engel in leuchtenden orange-roten Feuerfarben mit Flügeln aus Pfauenfedern

- eine weiße Taube im Flug, sich niederlassend auf der rechten Hand des Engels

- einen Ring, den der Engel der jungen Frau auf den rechten Ringfinger steckt

- Dornenranken, die zu glühen scheinen, verschmolzen mit der Gestalt des Engels
 

... doch das war nur der Anfang.

Die Geschichte zum Bild steht bei Lukas 1,26 - 38

Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret

zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.

Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.

Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.

Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.

Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.

Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.

Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben.

Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?

Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.

Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat.

Denn für Gott ist nichts unmöglich.

Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

Zum Weitersinnen an Bild und Text

 

Da ist Maria, die junge Frau, zart und verletzlich. Mit der linken Hand rafft sie die Falten ihres Kleides und deckt damit ihren Schoß. Geheimnisvolles hatte der Engel ihr mitgeteilt, und ihre Haltung scheint Zweifaches auszudrücken: Kniend abgewandt, ihren Leib deckend, die zweifelnde Frage: "Wie soll das geschehen?" Zugleich die Rechte dem Engel entgegenstreckend, den Kopf mit geschlossenen Augen an seiner Gestalt bergend, einwilligend in blindem Vertrauen, das noch nicht verstehen kann: Mir geschehe, wie du es gesagt hast." Und in ihrem Gesicht schon ein Anflug von Leiden...

 

Da ist Gabriel, der Bote Gottes, leuchtend wie Feuer, und doch nicht bedrohlich. Trotz seiner Helligkeit lässt er Maria den Schatten, dringt nicht in sie ein, lässt ihr die Freiheit, den Ring anzunehmen, sich die Gnade schenken zu lassen. Zart auch er, eher wärmend und bergend als verbrennend und verzehrend. Mit seiner ganzen Gestalt und mit seinen Flügeln umgibt er Maria: "Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden."
 

Merkwürdig - diese Dornenranken: Sie glühen - und scheinen doch nicht zu verbrennen. Spitze Dornen - aber sie scheinen nicht zu verletzen. Sie verdecken die Konturen der Engelsgestalt, geben dem Engel selbst den Eindruck des Loderns und Brennens. Da, wo Gabriel und Maria sich einander zuwenden, da bildet die Dornenranke die kräftige Grenze zwischen dem Engel und der jungen Frau, zwischen dem Gottesboten und dem Menschen, zwischen göttlicher und menschlicher Sphäre. Wir erinnern uns an die Begegnung des Mose mit Gott im brennenden Dornbusch "Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden."
 

Da ist die Taube, Zeichen für den Geist Gottes, weiß und leuchtend vom Himmel herabkommend: "Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten." Die Taube bildet den hellsten Fleck auf dem Bild, und von ihr geht die Bewegung und das Geschehen aus: sie kommt von oben, lässt sich auf der rechten Hand des Engels nieder, teilt ihm die göttliche Kraft mit, die Gabriel - der Name bedeutet "Kraft Gottes" - mit der Linken weitergibt an Maria, Zeichenhaft, indem er ihr den Ring aufsteckt: "Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir."
 

In ihr, Maria, hat die Menschheit, haben wir alle "Gnade gefunden bei Gott".

 

Gekürzt und leicht verändert aus "Oekumenisches Hausgebet im Advent in Baden-Württemberg"

Richard Pschibul


 

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